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Wie kann ich einen Kirschbaum veredeln

Was man braucht: einen entsprechenden Kirschbaum, ein Messer oder eine SĂ€ge und Bast (oder Wundverschlussmittel fĂŒr BĂ€ume)
Zeitaufwand: nicht sehr aufwendig
Schwierigkeit: das Veredeln ist sogar fĂŒr HobbygĂ€rtner keine große Sache
Anmerkungen: Unter einer Veredelung versteht man eine “Transplantation” eines Pflanzenteils auf eine andere Pflanze und ist eine kĂŒnstliche Form der vegetativen Vermehrung. Veredelungen sorgen fĂŒr neue schmackhafte, schöne FrĂŒchte.
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Beim Veredeln kann man auch von einer traditionellen Form des Klonens sprechen da dabei eine “Unterlage” mit Edelreis oder einem Edelauge verbunden wird.
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Bereits in den Monaten Dezember und Januar sollte man den Reiser schneiden. Wichtig ist Behutsamkeit. Der Reiser darf nicht beschÀdigt werden. Auch sollte man beim Schneiden ein steriles Messer benutzen um die Gefahr eine Pilzinfektion zu minimieren.
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Der Reiser wird ĂŒber den Winter im Haus gelagert. Bei einer Außentemperatur von -1 °C bis +5 °C sollte man den Reiser schneiden und diesen umgehend in einem Gefrierbeutel und in eine KĂŒhlzelle packen.
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Im Keller sollte man den Reiser nicht aufbewahren, da er sonst Gefahr lÀuft Triebe zu bekommen und dies sollte man verhindern.
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Es gibt zwei verschiedene Arten wie man einen Kirschbaum veredeln kann. Eine davon ist die Kopulationsmethode welche wiederum in zwei verschiedene Methoden unterteilt wird. Die Kopulationsmethode kann in der Ruhezeit des Baumes durchgefĂŒhrt werden.
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Bei der normalen Kopulation sind Reiser und Unterlage annĂ€hernd im gleichen Durchmesser und werden mittellang abgeschnitten und so miteinander verbunden. Die Stelle verschließt man nun mit Wundverschlussmittel oder Bast, so dass kein Wasser und keine Luft eindringen können und die Stelle gut zusammen wĂ€chst.
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Bei dieser Methode sollte man jedoch beachten, dass die StabilitÀt nicht die Beste ist.
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Eine weitere Kopulationsmethode ist etwas zeitaufwendiger und benötigt eine sogenannte “Gegenzunge”. Hierzu werden Reis und Unterlage angeschnitten. Die Schnittstellen werden jedoch nochmals mit einem zusĂ€tzlichem Einschnitt versehen um die beiden Gehölzer ineinander schieben zu können.
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Die Gegenzungen haben den Zweck, dass eine höhere Festigkeit gegeben ist und, dass grĂ¶ĂŸere KontaktflĂ€chen fĂŒr die Kambiumschichten vorhanden sind. So ist ein rascheres Zusammenwachsen an der Veredelungsstelle möglich.
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Eine weitere Methode einen Kirschbaum zu veredeln ist die Okulationstechnik. FĂŒr diese Art der Veredelung wird nur vom Edelreis nur eine ruhende Knospe verwendet.
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Dieses kleine Auge wird mit etwas umliegender Rinde in die Unterlage eingesetzt.
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FĂŒr die Okulationstechnik muss sich die Rinde von der Unterlagen lösen lassen können. Das “Auge-in-die-Unterlage-schieben”-Verfahren ist nur wĂ€hrend der Vegetationszeit möglich. Dies ist meist in den Monaten Ende Mai bis September möglich.
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Die Knospen des Edelreises mĂŒssen zum Zeitpunkt der Entnahme ausgereift sein. Meist ist hier der Zeitpunkt fĂŒr die aktuellen Knospen im Juli.
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Bei der Okulation wird das Auge des Edelreises mit einem Okuliermesser in einer GrĂ¶ĂŸe von etwa 2-4 cm (bei ObstbĂ€umen) flach herausgeschnitten.
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An der Unterlagen fĂŒhrt man nun einen Einschnitt durch der die Rinde löst. HierfĂŒr werden spezielle Messer verwendet bei denen eine speziell herstellte Zunge das beschĂ€digungsfreie Lösen der Rinde gewĂ€hrleisten.
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Mittels Bast, Folienband oder speziellen Okulations-SchnellverschlĂŒssen wird die Veredlung nun verschlossen und dafĂŒr gesorgt, dass a) die Stelle vor Schmutz, Austrocknung und mechanischer Verletzung zu schĂŒtzen und b) das Anwachsen des Auges durch das Feste andrĂŒcken an das Kambium beschleunigt wird.
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Etwa drei Wochen nach der Okulation kann man anhand eines Blattstieles (welcher am Auge belassen wurde und aus der Rinde guckt) erkennen ob die Veredlung gelungen ist. FĂ€llt das Blatt bei leichter BerĂŒhrung ab oder ist schon abgefallen, kann die Veredelung als erfolgreich angesehen werden.
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Ist das Blatt trocken und verfĂ€rbt und fĂ€llt auch bei leichter BerĂŒhrung nicht ab ist dies ein Zeichen, dass das Auge sich nicht mit dem Kambium verbinden konnte und somit die Veredelung gescheitert ist. Eine Nachveredelung ist jedoch noch möglich.